Kaminsanierung mit Kunststoff, Keramik oder Edelstahl?

Kaminsanierungssysteme gibt es in verschiedenen Materialien, die nicht nur preislich variieren. Die drei wesentlichen Materialien, die in Deutschland bei Kaminsanierungen eingesetzt werden sind:

  • Kunststoff 
  • Keramik
  • Edelstahl

 

Kunststoff

Als Grundstoff für Rohrsysteme im Kamin ist Kunststoff relativ neu und trotzdem schon verlässlicher Standard bei Neubauten und Kaminsanierungen. Die Eigenschaften sind je nach Kunststoffart unterschiedlich, PVDF (Polyvinylidenfluorid) kommt zum Beispiel ohne Weichmacher aus und ist recyclebar. Manche Kunstsoffe sind flexibel und können ohne Dacharbeiten ganz leicht in den Schacht eingeführt werden. Je nach Kunststoff variieren die Säure- und Hitzeresistenz sowie die Langlebigkeit, insbesondere unter UV-Einfall (im Mündungsbereich). Wobei in Sachen Langlebigkeit bei diesem „neuen Material“ im Kaminbereich noch keine Erfahrungswerte vorliegen.

Kunststoff ist das Mittel der Wahl bei Öl- und Gasfeuerungen mit geringer Abgastemperatur. Insbesondere bei Brennwertheizungen setzt sich das Material mehr und mehr durch. Besonderer Vorteil: Neben einer schallisolierenden Wirkung gilt das System als energiesparend. Eine zusätzliche Wärmedämmung ist in der Regel nicht nötig. Säure- und Korrosionsbeständigkeit und die Fähigkeit zur Rauchgaskondensation sind gegeben. Die Kosten sind vergleichbar mit einer Edelstahlsanierung.

Nachteilig: Die Produktion von Kunststoff wird nur in großen Stückzahlen preiswert. Daher ist die Auswahl von Rohrdurchmessern, Anschlüssen und Bauteilen vergleichsweise klein.

 

Keramik

Wie bei Kunststoff muss man auch mit einer Keramiksanierung keine Angst vor Versottung haben. Das Material ist feuchtigkeitsunempfindlich und überdruckdicht, also auch für den Brennwertkessel geeignet. Im Gegensatz zu Kunststoff hält es aber auch hohen Temperaturen stand und eignet sich für alle Brennstoffe und Feuerungsanlagen. Ein späterer Wechsel der Heizanlage ist mit diesem Kamin also durchaus möglich. Der Einbau erfolgt durch Absenken von oben, Wandarbeiten sind meist nur im Aufstellraum der Heizung nötig.

Von Vorteil auch hier die gute Säurebeständigkeit, gute Schalldämmung und (zulassungsbedingte) Eignung für alle Brennstoffe sowie für den kondensierenden Betrieb.

Nachteilig: Die Keramiksanierung ist meist etwas teurer als Edelstahl oder Kunststoff. Bei festen Brennstoffen empfiehlt sich zudem eine zusätzliche Wärmedämmung.

 

Edelstahl

Edelstahlkamine sind mittlerweile der Klassiker unter den Werkstoffen für Schornsteinsanierungen. Geringere Materialkosten und einfache Montage machen Edelstahl-Abgasanlagen zu einer lohnenswerten Variante. Das Material ist (zulassungsbedingt) generell für alle Brennstoffe geeignet. Ein späterer Wechsel der Heizanlage kann demnach ohne erneute Kaminsanierung vollzogen werden. Wie Kunststoff und Keramik ist auch Edelstahl ein robuster und resistenter Stoff. Mit seiner Glanzoptik wird er auch für Außenkamine eingesetzt. Edelstahl hat einen geringeren Platzbedarf als Keramik, was sich insbesondere bei engen Kaminzügen auswirkt. Sonderbauteile dieses konventionellen Werkstoffes können kostengünstig oft sogar wohnortnah gefertigt werden.

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