Zu wenig Zug am Kamin durch Fallwinde

Fallwinde bezeichnen zum einen ein regionales Phänomen im Bereich geologischer Formationen, z.B. der warme Föhn im Voralpenland. Auch im mikroklimatischen Bereich kennt man Fallwinde. Sie beeinträchtigen beispielsweise Schornsteine, die sich in direkter Nähe zu hohen Gebäuden, Bergen, an Hängen oder neben anderen hohen Hindernissen befinden. Diese Art von Wind ist, wie der Name andeutet, nach unten gerichtet und spürbar als starker bis sehr starker mitunter böiger Luftstrom auf der Lee-Seite.

Fallwinde

Der Normalzustand am Kamin ist ein stabiler, ausreichend starker (und nicht zu starker) Zug nach oben, der Abgase aus dem Gebäude befördert und der Verbrennung durch Unterdruck im unteren Bereich Sauerstoff zuführt. Dieser Kaminzug wird gern als „Motor der Verbrennung“ bezeichnet, und es stimmt: Ist der kaminzug gestört, funktioniert auch die Verbrennung nicht oder nicht optimal. Im hier beschriebenen Fall wirken Fallwinde wie ein Pfropf auf die Öffnung des Schornsteins und verwandeln den erwünschten Unterdruck im schlimmsten Falle in eine negative Thermik: Den Rauch wird zurück in den Kamin „gedrückt“.

Abhilfe können spezielle Kaminaufbauten schaffen, dazu gehören windangetriebene Ventilatorenaufsätze, elektrisch betriebene Rauchsauger und in der einfachsten aber effektiven Form Kaminaufsätze mit festen Lufteinlassdüsen. Alle drei Varianten bewirken Dasselbe: Sie erzeugen einen gleichmäßigen Unterdruck am Kamin, der Rauchgase zuverlässig und zügig nach oben transportiert.

 

 

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